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Buchveröffentlicung

116 Tage - Das Weltreise-Tagebuch

Ab sofort gibt es nicht nur die Live-Multivision "AUF WELTREISE" zu sehen, sondern Sie können nun auch diese außergewöhnliche Reise in "lesbarer Form" erleben.
Auf über 290 Seiten habe ich die fast viermonatige Tour festgehalten. Es sind Geschichten über die Destinationen, das Schiff, über skurrile, schöne und einmalige Erlebnisse. Lassen Sie sich mitnehmen auf eine maritime Entdeckungsreise und erfahren Sie zum Beispiel:

- was ein „lachendes Brötchen“ ist?
- wie es sich anfühlt vor der Christus-Statue in Rio zu stehen?
- warum wir jetzt echte "Kap Hoorn Umsegler" sind?
- weshalb uns (fast) alle Einwohner einer Hauptstadt ein Ständchen gesungen haben?
- wie man eine Kokosnuss in der Südsee öffnet?
- wer wirklich am Ende der Nahrungskette in Australien steht?
- wie man zum meistfotografiertesten Ausländer in Lombok wird?
- wie Kamelfleisch schmeckt?
- wie viel Glas Portwein es braucht, um einen Pfälzer weinselig zu machen?

All diese Fragen - und noch viele mehr - werde ich Ihnen in dieser Lektüre beantworten. Heitere, spannende und ergreifende Momente einer Weltreise warten auf Sie! Und obendrein gibt es (für alle zukünftigen Weltreisenden) einen Hinweis auf den von uns gewählten Ausflugsanbieter, inklusive Bewertung.

116 Tage
Die unterhaltsame Begleitlektüre zur Weltreise-Multivision


Softcover-Ausgabe, ca. 290 Seiten
Stückpreis: € 12,90 zzgl. Versand- und Verpackungskosten (€ 4,50 innerhalb Deutschlands)

Hinweis zur Abwicklung:
Dieses Buch können Sie ausschließlich über mich direkt beziehen.
Schicken Sie mir Ihre Bestellung (unter Angabe der Lieferadresse) als E-Mail an multivision@haida-net.de
Sie erhalten danach die Rechnung per E-Mail zugeschickt.
Der Versand erfolgt umgehend nach Zahlungseingang.


Leseprobe I

22.10.17 Lissabon - Die Schöne

Tatsächlich, bereits um Mitternacht kamen wir in Lissabon an und lagen angenehm ruhig und fest vertäut am Cruising-Terminal am Fluss Tejo. Den vorangegangenen Nächten zahlten wir Tribut und so verpassten wir das Einlaufen -ermattet schlummernd- auf Kabine. Das permanente Schiffschaukeln, gerade wie in der Biskaya, ist nicht nur für den Gleichgewichtssinn und den Magen anstrengend, sondern behindert auch den Schlaf. Aber, was jammern wir, wir wollten es ja so. Außerdem soll sich ja der Körper irgendwann an den wackligen Untergrund gewöhnen. Hier gibt es auch bereits erste Erfolge zu vermelden: Am Morgen, als wir das Schiff verließen und festen Boden unter die Füße bekamen, fühlte es sich an, als ob der Untergrund aus Pudding wäre. Toll! Aber nun Mal der Reihe nach.

Noch vor Sonnenaufgang standen wir an Deck und bestaunten die Fassaden der portugiesischen Hauptstadt. Es scheint so, als wären alle Gebäude dem Fluss hin zugewandt, fast entsteht durch die Hanglage der Stadt der Eindruck eines Amphitheaters, mit dem Fluss Tejo als Bühne. Nur wenige Augenblicke waren es noch bis zum Sonnenaufgang, der Himmel glühte bereits orange, hier und da unterbrochen durch Kondensstreifen am Himmel, die fast dunkelrot hervorstachen. Mit den ersten Sonnenstrahlen löste sich das Farbenspiel am Himmel auf – jetzt erwachte Lissabon und jetzt verstanden wir auch, warum man von der Stadt des Lichts spricht. Die Häuserfassaden aus hellem Stein, manche auch mit dezenten erd-, orange- und gelbfarbenen Tönen getüncht, bekamen ein faszinierendes Eigenleben. Sekunde um Sekunde wechselte das Licht auf den Mauerflächen, die Häuser begannen in ihrer bunten, unaufdringlichen Vielfalt zu atmen, lebendig zu werden.

Lissabon, auf portugiesisch „Lisboa“, übersetzt man mit boa=schön und lis=Licht, also: schönes Licht. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Die Zeit wollten wir nutzen, gingen daher zügig von Bord und kamen erst am Nachmittag wieder zurück. Und dazwischen? Ja, dazwischen haben wir ein paar Sehenswürdigkeiten besucht und stellten schon nach kurzer Zeit fest, dass wir hier auf alle Fälle noch mal herkommen müssen. Lissabon lebt vom Altstadtflair, den entspannten Menschen, den kleinen verwinkelten Gassen in den dicht bebauten Hanglagen, den vielen kleinen Cafés und Kneipen, einer gelungenen Mischung aus modernen Elementen und dem Klassizismus vergangener, wohlhabenderer Tage. Und dann das Licht, überall Licht!

...

Für wirklich kleines Geld genießt man in einer Bar einen Kaffee, genauer gesagt einen starken Espresso (zwei Tässchen für € 1,20) und erreicht nach nicht allzu langem Fußweg eine echte Institution Lissabons, die winzige Stehkneipe „A Ginjinha“, die tatsächlich nur ein Getränk anbietet, den gleichnamigen Kirschlikör „Ginjinha“. Bereits zur frühen Stunde stehen die Einheimischen vor dem winzigen Tresen, lassen sich ein Gläschen dieses Muntermachers einschenken und führen so manches launige Gespräch. Also, was für die Lissaboner gut ist, kann ja für uns Pfälzer nicht schlecht sein. So denn, ran an den Tresen und die Bestellung aufgegeben.

„Zwei Glas Feuerwasser bitte“! Flott stehen ein bisschen zu groß geratene Schnapsgläser vor uns und werden umgehend und schwungvoll mit dem Inhalt der Flasche, dem roten Kirschlikör, gefüllt - randvoll versteht sich. Nun schüttelt der Wirt die eingelegten und in großer Menge in der Flasche befindlichen Sauerkirschen Richtung Flaschenhals, um das Obst geschickt in die bereits gefüllten Schnapsgläser fallen zu lassen. „Flupp-flupp-flupp“ plumpsen die Kirschen in die Gläser, welche selbstverständlich überlaufen und so den Tresen, den Glasrand und die Finger schön verkleben.

Der erste, zaghafte Schluck läuft süß und kräftig alkoholisch die Kehle runter. Michaela schnappt nach Luft, ich schnappe mir den zweiten Schluck und nach einem weiteren Zug kullern drei kleine, kecke Kirschen alleine am Glasboden. Diese schüttet sich der geübte Trinker in den Mund und lutscht das saure Fruchtfleisch vom Kern ab. So denn …

Die erste Kirsche wird geschluckt: "Oh, schön sauer und lecker"!
Die zweite Kirsche wird geschluckt: "Oh, schön lauer und secker"!!
Die dritte Kirsche wird geschluckt: "Oh, schlön leller und laller"!!!

Tja, man hätte es wissen müssen: Der Alkohol hat sich in den Früchten eingenistet und verfehlt seine Wirkung nicht. Kein Wunder, es ist ja auch erst 09:00 Uhr am Morgen. Ok, das machen wir das nächste Mal anders, aber jetzt trinken wir erst noch mal ein Gläschen Ginjinha, hihihi!


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Leseprobe II

02.01.2018 Lombok - Spannende Einblicke und Skurrilitäten

Die besten Ausflüge, die wir bis jetzt gemacht haben, waren eigentlich immer die, welche mit möglichst wenigen Mitfahrern durchgeführt wurden. Auf Lombok waren wir zu viert, Michaela und ich, der heutige Reiseleiter Ali und unser Fahrer, der, so wurde uns versprochen, nicht wie Michael Schumacher fahren würde. Das stimmte auch soweit. Dass er allerdings teilweise wie Ralf Schumacher über die Piste flog, konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Wie dem auch sei, die Insel Lombok bescherte uns einen der interessantesten Tage der gesamten Reise.

Wir dachten ja, eine Steigerung der Hitze und Luftfeuchtigkeit wäre nicht möglich, doch Lombok übertraf Komodo locker. Während die Einheimischen am Kai in langen Hosen und Hemd auf die Ankömmlinge aus Deutschland warteten, waren unsere T-Shirts bereits nach 10 Minuten Tenderboot-Fahrt komplett durchgeschwitzt (damit meine ich klatschnass, gerade so, als hätte man den Stoff eben aus der Waschmaschine ohne Schleudergang gezogen). Ein brachiales Klima. Ebenso brachial war das Empfangskomitee, eine trommelnde und flötende Combo, die uns die Gehörgänge bis zur Schmerzgrenze durchblies. Schön konnte man das nun wirklich nicht nennen, aber Chancen auf die lauteste Band der Welt haben diese Herrschaften allemal.

Lombok, so erzählte uns Ali, steht in vielerlei Hinsicht im Schatten von Bali. Gerade einmal 50 km trennen die beiden Inseln voneinander (Morgens sahen wir sogar den balinesischen Vulkan, der noch kurz zuvor große Mengen Asche ausgestoßen hatte), doch sind die Unterschiede sehr groß. Lombok ist touristisch relativ unerschlossen. In großen Teilen ist das Eiland durch Landwirtschaft geprägt. Die Haupteinnahmequellen der Bauern sind Reis, Chili, Tabak, Erdnüsse, Gemüse, Obst. Die feuerscharfe Chili, der strenge Tabak und die Erdnuss werden in der Fruchtfolge nach der Reisernte angebaut, um die Böden nicht einseitig auszulaugen. Das Klima und der sehr fruchtbare Boden (Vulkan) machen mehrere Ernten pro Jahr problemlos möglich, wobei Ali uns erklärte, dass es in der Trockenzeit bitterkalt werden könne! Da packen sich dann die Lomboker gut ein, damit sie sich nicht erkälten bei winterlichen +25°C. Ein wirklich raues Klima :-).


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Die wenigen Touristen führen jedenfalls dazu, dass man als Einheimischer die Sehenswürdigkeiten der Insel nahezu für sich alleine hat, so unter anderem den Nationalpark Rinjani, der nicht nur Heimat von neugierigen Affen ist, die am Wegesrand auf Futter-Almosen warten, sondern auch einen beeindruckenden Wasserfall mit Badegelegenheit bietet. Baden war heute zwar nicht angesagt, aber anschauen wollten wir uns das schon. Am Eingang des Parks bekommt man einen Führer zugewiesen (eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für körperbehinderte Menschen, die sonst wohl keine Möglichkeit auf einen Verdienst hätten), der dann mit dem Besucher den knappen Kilometer zum Wasserfall läuft. Unser „Ranger“, ein kleiner, magerer Kerl mit Jeansjacke (es war ja auch so kalt heute!) ging strammen Schrittes auf seinen viel zu großen Flip-Flops voraus, verschwand irgendwann in den Büschen und kam mit einigen Farnwedeln zurück. Ali erklärte uns derweil ein bisschen was über die hiesige Flora und Fauna, während unser kleiner Ranger mit dem Farngestrüpp kräftig bastelte. Pünktlich zum Erreichen der Wasserfälle war sein Kunstwerk fertig. Eine Farnkrone für meinen Schatz. Ihre Majestät, die Waldkönigin Michaela I., bekam das Farngeflecht aufs Haupt gesetzt.

Jetzt weiß man ja, dass beim Erscheinen einer Hoheit sich die Aufmerksamkeit ungeteilt auf die Adligkeit fixiert und genauso war es dann auch hier. Statt Bilder vom schönen Wasserfall zu machen, glotzten viele Indonesier nur noch auf Michaela und Ihren Hofnarren und schnell fanden sich die ersten Mutigen, die ein gemeinsames Bild von der Waldkönigin und sich selbst erfragten. So etwas hatten wir zuletzt an, bzw. auf der Chinesischen Mauer erlebt, als sich Scharen von kleinen Chinesen mit den beiden großen Langnasen fotografieren lassen wollten. Soviel Aufmerksamkeit war aber Ihrer Majestät gar nicht recht, denn eigentlich wollte Sie ja das Naturschauspiel in Ruhe bewundern - stattdessen stand Sie nun selbst im Rampenlicht. Dies bemerkte wohl auch unser humpelnder Ranger, der sich dann noch einmal unbemerkt ins Unterholz schlich. Wenig später tippte mich der Gnom an und noch ehe ich „Danke, nein“ sagen konnte, wurden auch mir royale Ehren zuteil. Die Waldkönigin hatte jetzt Ihren Waldkönig, vormals Hofnarr, jetzt Gernot I., Ritter von trauriger Gestalt, Träger von Farnkrone und Leberwurst-Wampe. Na supi!

Das eigentlich Beeindruckende, nämlich die beiden rauschenden Fälle, die ihre Wasser über geschätzte 20-25 Meter in zwei kleine Seen ergossen, geriet zunehmend in den Hintergrund. Völlig zu Unrecht, möchte ich an der Stelle erwähnen, denn so eine wunderbare Naturkulisse haben wir selten gesehen. Einige, der Monarchie nicht zugänglichen Indonesier, stellten sich wagemutig direkt in den Wasserfallstrahl und bekamen eine echte Abkühlung und eine 1A Nackenmassage obendrein. Die anderen Besucher machten Fotos von und mit uns.

Den absoluten Vogel schoss allerdings ein junger Mann ab, der zuerst um uns rumschlich, sich dann ein Herz nahm und uns in gebrochenem Englisch ansprach. „Weer du ju kamm frromm?“, schnarrte er in diesem typischen Asiaten-Englisch. „We are from Germany“, wurde er höflich vom Waldkönigspaar aufgeklärt. Und ansatzlos, ohne Vorwarnung und absolut akzentfrei schoss es aus ihm heraus: „Mein linker Blinker ist kaputt“! Was war das eben? „Mein linker Blinker ist kaputt“! Und sofort anschließend „Känn ei meek e pikschär of ju wiss mei weif end mei dooter“? Leute, Leute, Leute, man erlebt schon skurrile Dinge während seiner Amtszeit als Königin und König vom Affenwald.


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